ADHS verstehen – wie Neurofeedback die Selbstregulation unterstützen kann
Viele Eltern von Kindern mit ADHS erleben einen Alltag voller Gegensätze.
Das Kind ist klug.
Interessiert.
Oft kreativ.
Und gleichzeitig fällt es schwer, bei einer Sache zu bleiben.
Impulse bremsen sich nicht rechtzeitig aus.
Konflikte entstehen schneller als gewünscht.
ADHS ist keine Frage von Erziehung oder Disziplin.
Es ist eine Frage der Regulation.
Was bei ADHS im Hintergrund wirkt
Kinder mit ADHS haben häufig Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit zu steuern und Reize zu filtern.
Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht bemühen.
Oft bemühen sie sich sogar sehr.
Doch ihr Nervensystem reagiert schneller.
Reize dringen ungefiltert durch.
Der innere „Pausenknopf“ greift später.
Das führt zu Unruhe, Ablenkbarkeit oder impulsivem Verhalten.
Wie Neurofeedback hier ansetzen kann
Neurofeedback setzt nicht beim Verhalten an,
sondern bei der Selbstregulation.
Über eine Rückmeldung der Gehirnaktivität lernt das Gehirn, stabilere Aktivitätsmuster aufzubauen.
Es wird nichts „eingesetzt“ und nichts „verändert“.
Das Gehirn trainiert sich selbst durch Feedback.
Gerade bei ADHS kann dieses Training helfen,
- Aufmerksamkeit zu stabilisieren
- Impulse besser zu steuern
- innere Unruhe zu reduzieren
Neurofeedback ersetzt keine Beziehung
In meiner Praxis wird Neurofeedback nicht isoliert eingesetzt.
Gespräche, Einordnung und therapeutische Begleitung bleiben zentral.
Neurofeedback ist eine ergänzende Methode.
Nicht jede Unruhe ist ADHS.
Und nicht jedes Kind braucht Neurofeedback.
Ob es sinnvoll ist, klären wir individuell.
Wenn Konzentration dauerhaft zum Belastungsthema wird oder der Alltag von ständiger Anspannung geprägt ist, kann es hilfreich sein, genauer hinzuschauen.


